Newsletter Februar 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

Partner, Familienangehörige, Freunde, Mitarbeiter, der Chef, sie alle teilen uns mit, was sie von uns halten. So erfahren wir eine Menge über unsere Eigenschaften, Fähigkeiten und unsere Unzulänglichkeiten. Wir erhalten ein Selbstwertgefühl. Allerdings denken wir mitunter auch: Von wem reden sie eigentlich?
Merken sie nicht, dass ich jemand ganz anderes bin?

Dieser Frage wollen wir nachgehen. Unsere nächste Veranstaltung ist ihr gewidmet. Das, was jeden von uns sehr persönlich betrifft – geht es noch persönlicher:
Wer bin ich? –, ist zugleich die größte philosophische Frage überhaupt, welche die Menschheit aufgeworfen hat.

Wir leben im 21. Jahrhundert und erfahren uns als weit fortgeschritten in unserer Entwicklung. Die Hirnforschung gibt heute wesentliche Impulse. Manche ihrer Vertreter sagen: Das Ich gibt es gar nicht. Es ist ein Konstrukt des Gehirns, eine Einbildung, mit der das Naturwesen Mensch im Überlebenskampf besser bestehen kann.
Den Satz "Ich denke, also bin ich" quittieren die Forscher mit einem Lächeln: Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen Illusion und Wirklichkeit.

Sollte das nun die Auflösung des großen Menschheitsrätsels sein? Wenn es mich gar nicht gibt, ergibt die Frage nach mir keinen Sinn. Auch um einen spirituellen Weg brauche ich mich dann nicht zu bemühen. Meine Einbildung würde ja nur potenziert.

Aber ... vielleicht gibt es mich doch!

Der Philosoph Ernst Bloch sagte: "Ich bin, aber ich habe mich nicht. Deshalb werden wir erst." Könnte es sein, dass wir noch nicht angekommen sind bei unserer wahren Identität?

Unendlich vielen Menschen erscheint ihr Leben wie ein Traum. Wie kann ich es begreifen? Immer wenn ich es festhalten will, zerrinnt es mir unter den Fingern. Wohin verschwindet es? Es erscheint mir wie ein Film, ich bin der Handelnde, spiele Rollen. Aber: Bin ich in Wirklichkeit nicht jemand ganz Anderes?
Das gnostische "Evangelium der Wahrheit" sagt: Die Vollendung des Alls ist im Vater beschlossen. Deshalb muss das All zu ihm empor steigen.
Bezieht sich das auch auf meine Identität? Liegt in der Unvollkommenheit meines Daseins der Grund, dass mir das Leben wie ein Traum vorkommt?

Dann würde sich ein spiritueller Weg doch anbieten ... . Man könnte erwachen ..., könnte seine Realität finden, eventuell eine unwandelbare Identität ... .

Wir laden Sie herzlich ein zu einem Ausflug in das Ich und zu einem Weg durch Identitäten. Professor Dr. Karen Swassjan spricht über "Das Ich-Paradox. Zu was sage ich "ich", wenn ich zu mir ich sage?" Dr. Gunter Friedrich berichtet von Identitätserfahrungen auf einem Weg des spirituellen Suchens.

Ort: Urania, Berlin.
Zeit: Mittwoch, 3. März 19.00 Uhr.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Ihre Stiftung Rosenkreuz