Die Seele
22.04.2009 von Elena Vasenina
Ein grün leuchtendes Smaragd-Sternchen strahlt in weiter
nächtlicher Umgebung. Die leuchtenden Strahlen sind sehr zart und
schön zu betrachten. Ich verweile einen Augenblick, und noch einen
... Ich denke: "Eine neue Seele wurde geboren und zeigt sich in
ihrem wunderschönen, geheimnisvollen grünen Gewand."
Wem gehört diese Seele, die sich so fröhlich und auch etwas
schüchtern zeigt? Ich denke im ersten Moment an einen Menschen, den
ich sehr lieb habe und der sehr weit von mir entfernt ist. Ich freue
mich, seine Seele erblicken zu dürfen und mir geht es nicht mehr um
seine anderen Eigenschaften und nicht um meine schmerzhaften
Erfahrungen, die ich mit ihm gemacht habe. Ich staune nur vor dieser
Vision, die mir entgegen leuchtet.
Dann gehen meine Gedanken weiter und ich frage mich tastend, ob es nicht
ganz anders ist, ob es mir in Wirklichkeit nicht geschenkt wurde, einen
Blick in mein Innerstes zu werfen. Ist es meine Seele, die sich tastend
und fragend zeigt?! Will sie mich fragen, ob ich mich an sie noch
erinnern kann, ob ich mich um sie kümmere, ob ich ihr nicht schaden
werde...?
Wie kommst du darauf, o Seele, dass ich dir Schaden zufügen
würde?! Ich kenne meine bösen Gedanken und impulsiven Taten.
Doch ich bin nicht in der Lage, dich mit meinem Finger zu berühren.
Sei ruhig in deiner Schönheit und Herrlichkeit. Bleib bitte bei
mir, erleuchte meinen düsteren, einsamen Weg. Nimm mich ganz auf in
deine herrlichen Strahlen, lass mich dir dienen. Lass mich alles
Menschliche vergessen, lass mich nicht mehr existieren, lass mich in dir
aufgehen.
Ich erkenne dich in unterschiedlichem Gewand, bei Tag und Nacht, du
verleihst mir die Kraft, den Weg zu gehen und du erweckst in mir die
besseren Gedanken und Gefühle, die höheren Einsichten und
Verlangen. Ja, ich weiß, ich versuche, sie aus eigener Kraft zu
verwirklichen, ich habe keine Geduld und kein Vertrauen, selbst dich
würde ich am liebsten besitzen und umfangen. Meine feste Umarmung
gefällt dir nicht, du bist frei und bleibst frei. Lehre mich, wie
ich dir folgen kann, ohne dich festzuhalten.
Die Seele strahlt, ein leichtes grünes Licht aus der Ferne. Nichts
hat sich verändert, nur meine Sehnsucht wächst...
Foto: Ch. Achenbach