Vom Beten und vom Fleischhaus
18.02.2009 von Martin Greger
Der Gott anbetende Mensch will meist nicht fleischlich gesinnt sein. Oft
verzehrt er gar kein Fleisch mehr, oft nur solches, das durch bestimmte
Schlachttechniken hindurch gegangen ist. Was hat Fleisch aber mit Beten
zu tun?
Sprachwissenschaftler, Genetiker und andere erklären uns, wie viel
Trennendes es zwischen den Menschen gibt. Auch die "babylonische
Sprachverwirrung" zeigt das.
Doch es gibt Bereiche der Sprache - offenbar bei allen Völkern -,
die das Einende aufzeigen. Es sind Begriffe, die in die Einheit
münden. Sie gehen von einem Grundton aus. Und das ist auch beim
Wort "Beten" der Fall. Ist es der Grundton des geheiligten
Menschen?
Beten enthält als Wortstamm das "Bet",
das Bet wie in Bet - lehem.
Es bedeutet im Hebräischen "Haus".
Das Bet ist der zweite Buchstabe des Alpha-Bets.
Es ist der Buchstabe, der auch die Grundlage der A-Braham-Religionen
ist.
A-Braham bedeutet nicht nur "Vater vieler Völker", sondern
eigentlich "Haus des Einen", des A.. Denselben Klang finden wir
im indischen Brahmanen, dem Priester Brahmas. Er bildet für den
Atman das menschliche Haus.
Beit -lehem bedeutet hebräisch "Brot-haus". aber in der
fast gleich klingenden arabischen Bezeichnung bedeutet es
"Fleisch-haus" (Bayt-laham)!
Hierin liegt ein möglicher Hinweis, worum es bei der Einladung des
Geistes, beim biblischen Bethlehem gehen könnte.
Zu Bethlehem gehören die Stadtteile Beit Jala
("Grasteppich") und Beit Sahour ("Schaf-feld").
Diese Worte können uns etwas enthüllen:
Wir werden potenziell als A-Dam geboren, hervorgebracht durch
Abba/Ata/Atman, das allumfassende Allgegenwärtigkeits-Bewusstsein
(hebräisch/türkisch/indisch). Es verbindet sich mit unserem
biologischen Blut ("Dam").
Das Bet soll zum Haus für das Allgegenwärtige/Ewige werden,
doch wir müssen dies durch unser Fleisch, unser Blut hindurch
erreichen. Unser Blut ist wild und voller Kampf, es ist den Zyklen der
Sonnenbewegung unterworfen.
Das ist das Erleben der Thora, der fünf Bücher Mose.
Thor, der hierzu gar nicht passende germanische Gott, schwingt wie Zeus
und Agni den feurigen Hammer des Eigenwillens.
Ra, der ägyptische Sonnengott, verleiht dem Thor die Kraft.
Thor und Ra bilden die Thora!
Das Feuer des Eigenwillens wirkt vor allem im 6. Chakra (von unten her
gesehen) und das Sonnenfeuer schenkt uns seine Kraft über das 2.
und 3. Chakra. Unser Erleben im biologischen Körper mit seinem Blut
ist das Schlachtfeld.
Wir kennen den Toren meist als Dummkopf, aber der Thor ist alles andere
als dumm! Er ist mächtig und dominant. Sein Eigenwille will
über die Welt der Sechsheit herrschen, er ist ein
"Hexer"/eine "Hexerin". Eigenwillig machtvoll oder
ohnmächtig, ist er an die Welt des Blutes gekettet.
Wann werden der Eigenwille und die ungezügelte Sonnenkraft dem
potenziell allumfassenden, innewohnenden geistigen Sein übergeben?
Es geschieht, wenn die Zeit der Reife gekommen ist. Dann wird in
Bayt-laham, dem Fleischhaus, der Sohn des Geistes geboren. Er wird aus
dem himmlischen Brot des Herzens (Bet-lehem) gespeist und wird einst
"das übergeordnete Haus", den Obersaal, bewohnen. Dieser
geistige Sohn überflügelt die Magie Thors durch seine
allumfassende Liebe.
Der Koran symbolisiert das durch die drei, fünf und sieben
Schläfer, die erwachen und über denen die Moschee (das Haus)
errichtet wird (18. Sure). Die Menora, der siebenarmige Leuchter steht
dann vor dem ewigen Sein und der vom Geist Gesalbte ist auferstanden.
Die Kama-Sutra (der Gesang der Begierde) ist zu Ende und vom Menschen
geht die Buddhi-Sutra (der Gesang der heiligen Vernunft) aus.
Das ist Beten: Der siebenfache Mensch ist geheiligt und bewohnt "das
Haus".
Die Hauptgebete der Religionen sind Einheitsgebete: das Vaterunser, das
Schmeil Israels , die 112. Sure.
Der Mensch wird ein Eingeweihter, ein dem Alleinigen Gott Geweihter. Er
steht im Frieden, der allen Verstand übersteigt.
Salam, Shalom, das himmlische Jeru-Salem ist da!
Gott ist Einheit. Er vermählt den biologischen Menschen durch
Heiligung mit seinem Haus, dem Bet, dem Mikrokosmos, der um ihn ist.
Durch Bethlehem hat er Anteil an den "Stadtteilen Beit Jala
(Grasteppich), dem Land der ewig grünenden Entwicklung und dem
Stadtteil Beit Sahour (Schaf-feld), wo die Friedvollen leben. Es sind
"Stadtteile" die es überall auf der Welt gibt, wo Menschen
sind, die zu beten wissen.
Gemälde: Breugel Turm Babylon