Selbsterkenntnis
31.03.2010 von Silke Karwowski
ETWAS spricht zum Menschen: "Du bist doch gar nicht
kompliziert!" Der Mensch protestiert und ruft aus: "Nun, vor
einiger Zeit sagte man mir, ich sei kompliziert."
ETWAS erwidert: "Das war früher. Heute bist du nicht mehr
kompliziert." Der Mensch möchte es immer noch nicht begreifen.
ETWAS sagt: "Es sei denn, du willst kompliziert sein und bleiben.
Das sind doch nur deine Gedanken. Die Wahrheit und die Wirklichkeit sind
ganz anders. Wir müssen uns von all den Lasten frei machen. Wir
dürfen nicht an alten Charakteren festhalten, nicht an alten
Urteilen über uns von unseren Mitmenschen, nicht an alten
Verletzungen, auch nicht an unserer Kompliziertheit. Dann wird alles
doch ganz einfach."
Der Mensch bittet: "Sage mir, wie geht das?"
ETWAS spricht im Menschen: "Errette dich aus deinen
Gefängnismauern, den Mauern der Gewohnheit. Verschwende nicht
wieder jeden Tag aufs Neue. Verschließe nicht die Tür vor der
Welt. Sonst bleibt dir das herrlich Besondere verschlossen. Auch bleiben
dir die Geschenke, die dir die Menschen, deine Freunde und all die
Begegnungen machen, vorbehalten."
"Was sind das für Geschenke?"
ETWAS antwortete in ihm: "Das DU ist der Spiegel des ICH. Wenn du
nicht in den Spiegel schaust, weißt du gar nicht, wie du aussiehst.
Durch deine Freunde, durch deine Gefährten, durch MICH lernst du
dich kennen. Selbsterkenntnis, die du als Geschenk annimmst, führt
von der Kompliziertheit in die Einfachheit, in die Einheit mit
Gott."
Foto: Hermann Achenbach