Warum der Storch die Babies bringt
15.04.2009 von Rita Lippert
Was für ein Unsinn in unserer aufgeklärten Zeit! Wir wissen
doch alle, wie das mit dem Babykriegen geht und wie wichtig es ist,
unsere Kinder früh genug aufzuklären und ehrlich zu
sein... Wie kommt es nur zu diesem Gedanken? Steht hinter der Geschichte
mehr als nur die Angst der Eltern, ihre Kinder aufklären zu
müssen?
In einigen Gebieten Deutschlands werden auf hohen Türmen und
Kaminen Wagenräder befestigt, um die Störche aufzufordern, ein
Nest darauf zu bauen. Denn wenn auf dem Dach ein Storch nistet, bringt
es dem Haus Wohlstand, Reichtum und Frieden. Er soll sogar das Haus vor
Feuer und Blitz bewahren. Kommt es dort oft zu Zank und Streit, fliegt
der Storch davon und mit ihm die guten Gaben.
Er wird oft im Sumpf stehend mit einem Bein im Wasser dargestellt. Dort
hält er Ausschau nach Fröschen, die er blitzschnell mit dem
Schnabel fängt und verschlingt. Auf noch älteren Bildern
hält der Storch mit seinen Krallen eine Schlange auf den Boden
gedrückt, die erfolglos versucht, sich aus dem Griff
herauszuwinden.
Im urchristlichen Glauben, im europäischen Raum, wurde Christus
auch als Storch symbolisiert. Wenn wir den tieferen Sinn der
geschilderten Bilder ergründen, erkennen wir, wie treffend dieser
Vergleich ist.
Der Storch steht mit einem Bein im "Wasser" unseres
Unterbewusstseins. Durch unsere Triebe, Wünsche, und Begierden ist
das Wasser sumpfig und trübe geworden. Undurchsichtig für uns.
Wir können nichts mehr klar sehen, nichts richtig erkennen. Wir
werden von unseren Trieben hin und her geschleudert, Gefühle
steigen in uns auf und kochen hoch. Wir sagen Dinge, die wir später
bereuen. Wir tun etwas, was wir, wenn wir wieder klar denken
können, niemals getan hätten. Einiges "Getier" siedelt
sich in diesem Morast an, von dem wir selbst nichts wissen. Sie quaken,
kriechen, lauern und rauben uns den Frieden.
Aber da ist einer, der uns helfen kann, wenn wir nur bereit wären,
dies zu zulassen. Er steht völlig gelassen mit nur einem Bein in
diesem Morast. Mit klarem Auge durchschaut er das schlammige Wasser. Und
wenn er einen der Plagegeister entdeckt, befreit er uns mit einem
gezielten Schlag seines Schnabels davon. So kann der aufgewühlte
Schlamm zur Ruhe kommen und die Wasser werden wieder klar.
Und was besagen die Motive, in denen der Storch die Schlange nach unten
drückt? Die unheilige Schlange der Mysterien hat ihren Sitz im
"Begierdenkörper", im Becken. Von dort steigt sie nach oben
und beeinflusst unser Denken und Fühlen.
Wenn wir jedoch zulassen, dass der Storch in uns wirkt, wird er die
Schlange am Boden halten, um sie zu einem bestimmten Zeitpunkt zu
verschlingen. Hierdurch werden wir gereinigt und die göttliche
Kraft kann ungehindert in uns einströmen. Sie kann im Blut und im
Nervensystem zirkulieren und den Körper mit ganz neuem Leben
erfüllen. Dann wird der Spruch aus der Bibel wahr: "Der Tod
(die Schlange) ist verschlungen durch den Sieg."
Auf diese Weise beginnt in uns ein neues Leben, wird in uns "ein
Kind" geboren. Der Storch hat uns wirklich und tatsächlich ein
Baby gebracht.
Fotos: Ch. + H. Achenbach