Schöpfungsmythos der Hopi
Die zentralen Fragen der Hopi (d.h. die Friedlichen) sind:
Wer sind wir?
Warum sind wir hier?
Die Antwort lautet stets: Um zu leben und glücklich zu sein.
Der Schöpfungsmythos beginnt am Anfang und zeigt die Wanderung
durch Irrtum zu neuer Hoffnung auf.
Am Anfang gab es Taiowa, in dessen Geist die erste Welt in der
Endlosigkeit des Raumes bestand. Dieser Unendliche erdachte sich das
Endliche und so begann die Schöpfung. In sich gebar er eine
abhängige schöpferische Kraft und nannte seinen Neffen
Sotuknang. Im gab er den Auftrag, eine neunstufige Welt zu schaffen.
Sotuknang schuf zuerst das Spinnenweib, das aus Erde und Speichel, dem
Fruchtbarkeitsprinzip und der Weisheit, dem Formprinzip einen
Parallelgott zeugte. Dieser schuf die Erde und belebte sie durch Klang
und Schwingung. Er sollte sie am Nord- und Südpol bewachen.
Auf die gleiche Weise schuf das Spinnenweib Pflanzen, Vögel und
Tiere und in einem dreifachen Rhythmus die vier Farben des Menschen. Als
Symbol Taiowas dämmerte nun der Tag und die Sonne ging auf.
Sotuknang ließ Menschen entstehen, die eine unabhängige
Schöpfungskraft besaßen. Er verlieh ihnen Sprache,
Zeugungskraft und Weisheit die ersteren richtig anzuwenden. Nachdem der
Körper entstanden war, entwickelten sich die geistigen, kulturellen
und religiösen Fähigkeiten des Menschen.
Mittlerweile sind drei Stufen der Entwicklung abgelaufen:
1. Die Welt der Harmonie und Einheit.
In ihr entstand die Sünde, Unterschiede zu machen mit der Folge der
Kriegshandlungen.
2. Die Welt der Kultur und des Handels.
Deren Sünde waren die Gier und der Erwerbstrieb.
3. Die Welt der Zivilisation und der Technik.
In ihr entstanden die Sünden des Hasses und der Gewalt.
Ein gläubiger Mensch durchschreitet diese Welten, um nach Norden zu
gehen und in die neue, gegenwärtige 4. Welt der Wanderungen und
darauf folgenden Heimkunft aufzubrechen. Es handelt sich um die Reise
von dieser Welt in die heilige Welt. Die Hopi gehen von der Heiligkeit
aller Dinge, der prinzipiellen Einheit von Geist und Materie und dem
Zusammenhang aller Dinge aus. Das lebensspendende Getreide, die
Klänge, Farben, Pflanzen, Tiere, Mineralien und Himmelsrichtungen
unterliegen der gleichen heiligen Schwingung. Als Mikrokosmos im
Makrokosmos ist der Körper des Menschen für den Stamm, was der
Stamm für die Gesellschaft und die Gesellschaft für die
Menschheit ist. Alles ist von der heiligen Macht des Schöpfers
abhängig.
historische Abbildungen, z.T. Quelle: wikipedia