Johann Wolfgang von Goethe
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Urworte Orphisch
Dämon.
Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,
die Sonne stand zum Gruße der Planeten,
bist alsobald und fort und fort gediehen
nach dem Gesetz, wonach du angetreten.
So musst du sein, dir kannst du nicht entfliehen,
so sagten schon Sybillen, so Propheten
und keine Zeit und keine Macht zerstückelt
geprägte Form, die lebend sich entwickelt. Artikel lesen
Goethe: Aus Faust I
FAUST:
Werd ich beruhigt je mich auf ein Faulbett legen,
so sei es gleich um mich getan!
Kannst du mich schmeichelnd je belügen,
dass ich mir selbst gefallen mag,
kannst du mich mit Genuss betrügen -
das sei für mich der letzte Tag!
Die Wette biet ich!
MEPHISTOPHELES: Topp! Artikel lesen
Goethe: Weltseele
Verteilet euch nach allen Regionen
von diesem heil'gen Schmaus!
Begeistert reicht euch durch die nächsten Zonen
ins All und füllt es aus! Artikel lesen
Goethe: aus "Wahlverwandtschaften" (Roman)
"Man mag sich stellen, wie man will, und man denkt sich immer
sehend.
Ich glaube, der Mensch träumt nur, damit er nicht aufhöre zu
sehen.
Es könnte wohl sein, dass das innere Licht einmal aus uns
herausträte, so dass wir keines andern mehr bedürften."
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Goethe "Erinnerung":
"Willst Du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
denn das Glück ist immer da." Artikel lesen
Goethe ausFaust, 2. Teil: "Chorus Mysticus:
Alles Vergängliche
ist nur ein Gleichnis;
das Unzulängliche,
hier wird's Erreichnis
das Unbeschreibliche,
hier ist's getan;
das Ewig-Weibliche
zieht uns hinan." Artikel lesen
Goethe: Unbegrenzt
"Dass du nicht enden kannst, das macht dich groß,
Und dass du nie beginnst, das ist dein Los.
Dein Lied ist drehend wie das Sterngewölbe,
Anfang und Ende immerfort dasselbe,
und was die Mitte bringt, ist offenbar
das, was zu Ende bleibt und anfangs war." Artikel lesen
Goethe: aus Die Leiden des jungen Werther
Am 6. Dezember
Wie mich die Gestalt verfolgt! Wachend und träumend füllt sie
meine ganze Seele! Hier, wenn ich die Augen schließe, hier in
meiner Stirne, wo die innere Sehkraft sich vereinigt, stehen ihre
schwarzen Augen. Hier! Ich kann dir's nicht ausdrücken.
Mach' ich meine Augen zu, so sind sie da; wie ein Meer, wie ein
Abgrund ruhen sie vor mir, in mir, füllen die Sinne meiner Stirn.
Was ist der Mensch, der gepriesene Halbgott! Ermangeln ihm nicht eben da
die Kräfte, wo er sie am nötigsten braucht? Und wenn er in
Freude sich aufschwingt oder im Leiden versinkt, wird er nicht in beiden
eben da aufgehalten, eben da zu dem stumpfen kalten Bewusstsein wieder
zurückgebracht, da er sich in der Fülle des Unendlichen zu
verlieren sehnte? Artikel lesen
Goethe: Deutsch Jahres- und Tageszeiten
Nun im östlichen Bereiche
ahn ich Mondenglanz und -glut,
schlanker Weiden Haargezweige
scherzen auf der nächsten Flut.
Durch bewegter Schatten Spiele
zittert Lunas Zauberschein,
und durchs Auge schleicht die Kühle
sänftigend ins Herz hinein. Artikel lesen
Selige Sehnsucht
Sagt es niemand, nur den Weisen,
weil die Menge gleich verhöhnet:
Das Lebend'ge will ich preisen,
das nach Flammentod sich sehnet. Artikel lesen
Goethe: Eins und alles
Im Grenzenlosen sich zu finden,
wird gern der einzelne verschwinden,
Da löst sich aller Überdruss;
statt heißem Wünschen, wildem Wollen,
statt läst'gem Fordern, strengem Sollen,
sich aufzugeben, ist Genuss. Artikel lesen
Prometheus
Bedecke deinen Himmel, Zeus,
mit Wolkendunst!
Und übe, Knaben gleich,
der Diesteln köpft,
an Eichen dich und Bergeshöhn!
Musst mir meine Erde
doch lassen stehn,
und meine Hütte,
die du nicht gebaut,
und meinen Herd,
um dessen Glut
du mich beneidest. Artikel lesen
Goethe: Dauer im Wechsel
Hielte diesen frühen Segen
ach, nur eine Stunde fest!
Aber vollen Blütenregen
schüttelt schon der laue West.
Soll ich mich des Grünen freuen
dem ich Schatten erst verdankt?
Bald wird Sturm auch das zerstreuen,
wenn es falb im Herbst geschwankt. Artikel lesen
Wandrers Nachtlied
Der du von dem Himmel bist,
Alles Leid und Schmerzen stillest,
Den, der doppelt elend ist,
Doppelt mit Erquickung füllest,
Ach, ich bin des Treibens müde,
Was soll all der Schmerz und Lust?
Süßer Friede,
Komm, ach komm in meine Brust! Artikel lesen
Aus einem Brief an Gräfin Auguste zu Stolberg:
Alles gaben Götter, die unendlichen,
Ihren Lieblingen ganz,
Alle Freuden, die unendlichen,
Alle Schmerzen, die unendlichen, ganz. Artikel lesen
Gesang der Geister über den Wassern
Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muss es,
Ewig wechselnd. Artikel lesen
Kophtisches Lied
Geh! gehorche meinen Winken,
Nutze deine jungen Tage,
Lerne zeitig klüger sein:
Auf des Glückes großer Waage
Steht die Zunge selten ein;
Du musst steigen oder sinken,
Du musst herrschen und gewinnen,
Oder dienen und verlieren,
Leiden oder triumphieren,
Amboss oder Hammer sein. Artikel lesen
Aus „Harzreise im Winter“
Aber abseits, wer ist’s?
Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad,
Hinter ihm schlagen
Die Sträuche zusammen,
Das Gras steht wieder auf,
Die Öde verschlingt ihn. Artikel lesen
Distichon „Das Göttliche“
Wäre sie unverwelklich, die Schönheit, ihr könnte nichts
gleichen,
Nichts, wo die Göttliche blüht, weiß ich der
Göttlichen gleich.
Ein Unendliches ahndet, ein Höchstes erschafft die Vernunft sich;
In der schönen Gestalt lebt es dem Herzen, dem Blick. Artikel lesen
Gegenwart
Alles kündet dich an!
Erscheinet die herrliche Sonne,
Folgst du, so hoff’ ich es, bald. Artikel lesen
Sei du im Leben
Sei du im Leben wie im Wissen
Durchaus der reinen Fahrt beflissen;
Sei du im Leben wie im Wissen
Durchaus der reinen Fahrt beflissen;
Wenn Sturm und Strömung stoßen, zerrn,
sie werden doch nicht deine Herrn;
Kompass und Polstern, Zeitenmesser
Und Sonn und Mond verstehst du besser,
vollendest so nach deiner Art
mit stillen Freuden deine Fahrt.
Foto: Hermann Achenbach
Tempel in Weimar an der Ilm
Das Göttliche
Edel sei der Mensch,
Hilfreich und gut!
Denn das allein
Unterscheidet ihn
Von allen Wesen,
Die wir kennen. Artikel lesen