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09.09.2010 15:10

Grimm

Das Mädchen ohne Hände (von den Gebrüdern Grimm)

von Helga Günther

Ein Müller war nach und nach in Armut gefallen und hatte nichts mehr als seine Mühle und einen großen Apfelbaum dahinter. Einmal war er in den Wald gegangen, Holz zu holen, da trat ein alter Mann zu ihm, den er noch niemals gesehen hatte und sprach: "Was quälst du dich mit Holzhacken, ich will dich reich machen, wenn du mir versprichst, was hinter deiner Mühle steht." - Was kann das anderes sein als mein Apfelbaum? dachte der Müller, sagte ja und verschrieb es dem fremden Manne. Der aber lachte höhnisch und sagte: "Nach drei Jahren will ich kommen und abholen, was mir gehört," und ging fort. Als der Müller nach Hause kam, trat ihm seine Frau entgegen und sprach: "Sage mir, Müller, woher kommt der plötzliche Reichtum in unser Haus? Auf einmal sind alle Kisten und Kasten voll, kein Mensch hat's hereingebracht, und ich weiß nicht, wie es zugegangen ist." Er antwortete: "Das kommt von einem fremden Mann, der mir im Wald begegnet ist und mir große Schätze verheißen hat; ich habe ihm verschrieben, was hinter der Mühle steht - den großen Apfelbaum können wir wohl dafür geben." "Ach Mann," sagte die Frau erschrocken, "das ist der Teufel gewesen - den Apfelbaum hat er nicht gemeint, sondern unsere Tochter, die stand hinter der Mühle und kehrte den Hof." Artikel lesen